Diese schöne Violine von Natale Carletti entstand im Jahr 1950 in Pieve di Cento und damit in einer besonders interessanten Schaffensperiode des italienischen Geigenbauers. Carletti entstammte einer bedeutenden Geigenbauerfamilie der Emilia und erlernte das Handwerk bei seinem Vater Carlo Carletti. Nach dessen Tod führte er die Familienwerkstatt gemeinsam mit seinem Bruder Nullo weiter.
Das Instrument befindet sich in einem außergewöhnlich schönen, rissfreien Erhaltungszustand. Der warme rötlich-braune Lack, der fein gezeichnete Ahorn von Boden und Zargen sowie die harmonische Modellierung verleihen der Violine eine ausgesprochen elegante und authentisch italienische Ausstrahlung.
Klanglich ist das Instrument besonders überzeugend. Der Ton ist warm, offen und von sehr guter Qualität, mit einem reichen Obertonspektrum und einer schönen Vielfalt an Klangfarben. Besonders reizvoll ist, dass die Violine klangliche Eigenschaften besitzt, die man häufig bei deutlich älteren Instrumenten sucht: eine bereits sehr entwickelte, natürliche Tonfarbe, schöne Tiefe und eine große Fähigkeit zur klanglichen Differenzierung.
Dabei bleibt die Geige frei und unmittelbar in der Ansprache. Sie reagiert schnell auf den Bogen, lässt sich angenehm spielen und bietet ausreichend Kraft und Präsenz, ohne dass der Klang hart oder eindimensional wird.
Gerade die Verbindung aus Offenheit, Wärme, Obertonreichtum und farblicher Vielfalt macht dieses Instrument besonders interessant. Eine sehr schöne italienische Violine aus der Mitte des 20. Jahrhunderts mit einem reifen, charaktervollen Ton und einem für ihr Alter bemerkenswert entwickelten Klangbild.