Über dieses Instrument
Diese Violine von Emanuel Adam Homolka wurde 1826 in Velvary gefertigt, dem historischen Welwarn in Böhmen. Im Jahr 2026 blickt sie damit auf zweihundert Jahre Instrumentengeschichte zurück. Ihr goldener bis orangebrauner Lack, die weich wirkende Holzzeichnung und die sichtbare Patina verleihen ihr eine besondere Präsenz. Die ausdrucksvolle Schnecke und die harmonisch geführten Umrisse fügen sich zu einem eigenständigen Instrument, dessen Charakter gerade in den Details zur Geltung kommt.
Emanuel Adam Homolka (1796–1849) gehört zu den prägenden Namen des böhmischen Geigenbaus. Er erlernte sein Handwerk bei Kašpar Strnad in Prag und blieb dort bis 1821 als Geselle tätig. Anschließend machte er sich in seiner Heimatstadt Velvary selbstständig. Er begründete eine bedeutende Geigenbauerfamilie, deren Arbeiten die Prager und böhmische Tradition über Generationen weiterführten. Die hier vorgestellte Violine entstand nur wenige Jahre nach der Gründung seiner eigenen Werkstatt und steht somit für eine frühe Phase seines selbstständigen Schaffens.
Das Instrument wird im Klangporträt als Arbeit nach Homolkas eigenem, von Stradivari angeregtem Modell vorgestellt. Diese Verbindung von klassischer Formensprache und persönlicher Ausarbeitung macht seinen Reiz aus: Die Konturen wirken ausgewogen, die Ecken und Schalllöcher setzen klare Akzente, während die Seitenansichten den Verlauf der Wölbung und die Proportionen der Zargen erkennen lassen. Der geflammte Boden und der Hals bringen unter dem warmen Lack eine lebendige, natürliche Zeichnung zur Geltung.
Die Fotografien zeigen auch Gebrauchsspuren und Unterschiede in der erhaltenen Lackoberfläche. Sie gehören zur sichtbaren Geschichte dieser alten Geige und geben ihrer Erscheinung Tiefe. Vorderseite, Rückseite und beide Seiten sind in der Galerie dokumentiert, sodass sich das Instrument aus mehreren Perspektiven betrachten lässt.
Im verlinkten YouTube-Klangporträt ist die Homolka im Spiel zu erleben. Die Aufnahme ergänzt den optischen Eindruck und bietet Gelegenheit, Registerwechsel, Artikulation und den Verlauf gesungener Phrasen zu verfolgen. Für die persönliche Auswahl ist das unmittelbare Erleben besonders wertvoll: Beim Probespiel lässt sich erfahren, wie die Geige mit dem eigenen Bogen reagiert und welche Klangfarben sich mit der eigenen Spielweise entwickeln lassen.
Die Violine kann bei Patera Violins in Hildesheim nach Terminvereinbarung besichtigt und ausprobiert werden. Gerne sprechen wir mit Ihnen über das Instrument, seine handwerklichen Besonderheiten und Ihre musikalischen Wünsche. Preisregion: 25.000–50.000 €; der konkrete Preis ist auf Anfrage erhältlich.

