Über dieses Instrument
Böhmische Geige von Emanuel Adam Homolka, Velvary 1846
Diese Violine baute Emanuel Adam Homolka 1846 in Velvary bei Prag. Sie entstand in seinen letzten Schaffensjahren und zeigt die ganze Erfahrung eines Meisters der Prager Geigenbauschule. Dazu kommt eine bemerkenswerte Geschichte: 41 Jahre lang wurde die Geige an der Semperoper Dresden gespielt, einem der traditionsreichsten Opernhäuser Europas.
Emanuel Adam Homolka wurde am 24. Dezember 1796 in Velvary geboren. 1808 ging er nach Prag in die Lehre bei Caspar Strnad, einem der angesehensten Geigenbauer seiner Zeit. Er blieb über ein Jahrzehnt in dessen Werkstatt, zuerst als Lehrling, dann als Gehilfe. Als erfahrener Meister kehrte er nach Velvary zurück und eröffnete dort seine eigene Werkstatt. Er bildete seine jüngeren Brüder Václav und Ferdinand Josef aus. Auch Josef Urban lernte bei ihm, der später nach San Francisco auswanderte. So begründete Homolka eine der bedeutendsten Geigenbauerdynastien Böhmens. Sein Sohn Ferdinand August Homolka setzte die Tradition in Prag fort und gehört heute zu den bekanntesten tschechischen Geigenbauern des 19. Jahrhunderts. Emanuel Adam Homolka starb 1849 in Prag.
Die Geige hat eine elegante, harmonische Form mit fein ausgearbeiteten Ecken und sauber gesetzten Randeinlagen. Die Decke ist aus gleichmäßig gewachsener Fichte, deren Jahresringe zu den Flanken hin etwas weiter werden. Die f-Löcher sind schwungvoll und klar geschnitten. Der Boden aus Ahorn zeigt eine lebendige, wolkige Zeichnung. Die Zargen sind schön geflammt. Den ganzen Korpus überzieht ein warmer, goldbraun-orangefarbener Lack, der im Licht tief leuchtet. Besonders ausdrucksstark ist die Schnecke: Sie ist kraftvoll und tief geschnitten, mit sauber gearbeiteten Fasen. Man erkennt darin die sichere Hand des Meisters. Die Spielspuren auf dem Boden erzählen von Jahrzehnten auf der Opernbühne und geben dem Instrument seinen natürlich gewachsenen Charakter.
Klanglich ist die Geige kraftvoll und zugleich sehr ausgeglichen. Die tiefen Saiten haben ein warmes, tragendes Fundament. Die Mittellage klingt rund, die Höhe klar und brillant. Die Geige spricht direkt an und trägt ihren Ton mühelos in den Raum, lässt sich dabei aber fein gestalten. Dass sie über vier Jahrzehnte im Orchester der Semperoper gespielt wurde, spricht für ihre Qualität im professionellen Einsatz. Sie eignet sich für das Orchester ebenso wie für Kammermusik und solistisches Spiel.
Die Geige ist in einem sehr guten, gepflegten Zustand!
Eine Geige dieser Art erlebt man am besten in der Hand. Gerne lade ich Sie in meinen Showroom in Hildesheim ein, um sie in Ruhe anzuspielen.

