Diese außergewöhnliche Turiner Violine aus der Mitte bis zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts besticht durch ihre charaktervolle Erscheinung und ihren ebenso individuellen Klang. Das Instrument wurde vollständig und umfassend restauriert und befindet sich heute in einem sehr guten, spielfertigen Zustand.
Besonders interessant ist die durchgeführte dendrochronologische Untersuchung. Der letzte erhaltene Jahrring der Decke konnte auf 1610 datiert werden. Da im Randbereich Holz ersetzt wurde, ist davon auszugehen, dass ursprünglich noch einige weitere Jahrringe vorhanden waren und der äußerste Ring vermutlich etwa um 1615 lag.
Darüber hinaus zeigte die dendrochronologische Analyse zahlreiche auffällige Korrelationen mit dem Deckenholz historischer italienischer Instrumente bedeutender Meister und Werkstätten des 17. Jahrhunderts. Diese Vergleiche sind für die Einordnung des verwendeten Holzes besonders interessant und unterstreichen den außergewöhnlichen historischen Charakter des Instruments.
Klanglich besitzt die Violine einen sehr charaktervollen, edlen und ausgesprochen farbenreichen Ton. Besonders reizvoll ist die große Vielfalt an Klangfarben und Nuancen. Das Instrument hat eine ganz eigene klangliche Handschrift und eine besondere Tonfarbe, die ihm einen hohen Wiedererkennungswert verleiht.
Das Volumen liegt im mittleren Bereich, ist jedoch vollkommen ausreichend und verbindet sich sehr schön mit der leichten und direkten Ansprache. Die Violine reagiert schnell auf den Spieler und bietet ein breites Spektrum von warmen und dunkleren Farben bis hin zu klareren, feineren und brillanteren Nuancen.
Eine Violine mit Geschichte, Persönlichkeit und außergewöhnlich vielen Klangfarben – ein besonderes Instrument für Musiker, die Individualität, eine edle Tonqualität und eine ganz eigene klangliche Persönlichkeit suchen.